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Eintracht Frankfurt: Wachablösung im Tor?

Eintracht mit Luxusproblem: Pokalheld Kevin Trapp oder Nachwuchstalent Kaua Santos 

Autor: T. Rübe / M. Schäfer - 05.04.2025

Kevin Trapp ist bei Eintracht Frankfurt eine Institution – sportlich wie emotional. Als Kapitän und Wortführer gilt er als unangefochtener Anführer. Und doch wankt seine Position. Der 34-Jährige war beim Europa-League-Triumph 2022 der entscheidende Rückhalt. Besonders im Finale gegen die Glasgow Rangers ragte er heraus – mit starken Paraden und einem gehaltenen Elfmeter im Elfmeterschießen. Ohne ihn hätte die Eintracht den größten Erfolg seit Jahrzehnten wohl nicht gefeiert.

Doch inzwischen ist Trapp längst nicht mehr unantastbar. Sportlich konnte er in den letzten Monaten nicht mehr an seine Hochform aus der Saison 2021/22 anknüpfen. 2022 wurde er noch als Welttorhüter nominiert, doch danach verlor er seinen Platz im DFB-Kader – und mit der Zeit auch seine Sicherheit im Vereinstor.

Risse in der Hierarchie – der Sommer brachte Veränderung

Noch vor der aktuellen Saison war die Rollenverteilung klar: Trapp als Nummer 1, dahinter Jens Grahl und der junge Kaua Santos. Doch die Rangordnung verschob sich: Grahl, zuletzt die Nummer 2, wurde zurückgestuft und sollte fortan als Mentor fungieren. Der Brasilianer Santos, 2023 für rund 1,5 Millionen Euro von Flamengo geholt, rückte auf – und wurde intern als zukünftige Nummer 1 aufgebaut.

Der 1,98 Meter große Keeper beeindruckte im Training mit seiner Ruhe, seiner Reichweite und seiner Präsenz im Strafraum. Ziel war es, ihn behutsam aufzubauen – doch eine Verletzung Trapps am dritten Spieltag beschleunigte den Prozess. Beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg musste Trapp mit einem Muskelfaserriss in der Halbzeitpause raus – und Santos bekam seine Chance.

Kaua Santos: Talent, Timing, Temperament

Was folgte, war ein kleiner Höhenflug. Gegen Besiktas Istanbul im Europapokal und später auch gegen Bayern München zeigte der Brasilianer starke Leistungen, glänzte bei hohen Bällen und ließ seine Reaktionsschnelligkeit aufblitzen. Er wirkte unerschrocken – und stellte unter Beweis, dass er mehr als ein Perspektivspieler ist.

Allerdings blieb auch Santos nicht fehlerfrei. Im Heimspiel gegen Mainz 05 im Dezember 2024 erlebte er einen bitteren Abend. Beim 1:3 unterlief ihm ein Eigentor, zudem war er an zwei Gegentoren direkt beteiligt. Der aufkommende Hype um ihn kühlte merklich ab. Doch: Der Rückschlag war nur temporär.

In der Rückrunde kehrte er mit neuen Leistungen zurück – unter anderem mit einem spektakulären Reflex in der Nachspielzeit gegen den VfL Bochum, als er einen Kopfball aus kurzer Distanz noch abwehren konnte. Santos zeigte: Er lernt, er wächst.

Toppmöller hält sich bedeckt

Cheftrainer Dino Toppmöller äußerte sich lange zurückhaltend zur Torwartfrage. Zwar betonte er wiederholt, Trapp sei die Nummer 1 – doch seine Aussagen blieben zunehmend unklarer. Vor dem Spiel gegen Ajax Amsterdam sagte er, Trapp sei nicht „im Vollbesitz seiner Kräfte“ und solle seine Schienbeinblessur vollständig auskurieren.

Kurz darauf erklärte Toppmöller: „Kaua hat das gut gemacht, Kevin kann nicht sportlich dagegen argumentieren.“ Und weiter: „Egal, wer im Tor steht – wir haben da hundertprozentiges Vertrauen.“ Eine klare Aussage sieht anders aus.

Die Länderspielpause kam zur rechten Zeit – doch Trapps Schmerzen bei längeren Abschlägen sind offenbar weiterhin spürbar. Wann der Kapitän wieder zu 100 Prozent fit ist, bleibt offen.

Stärkenprofil: Santos bringt das moderne Torwartspiel mit

  • Mutig in der Raumverteidigung
  • Hervorragendes Timing bei Flanken
  • Große Reichweite durch Körpergröße
  • Moderne Spieleröffnung, wenn auch noch nicht ganz präzise
  • Agilität auf der Linie, trotz 1,98 m Körpergröße

Im Vergleich dazu agiert Trapp bei Hereingaben deutlich defensiver. Besonders auffällig war das beim 0:2 gegen den FC Bayern, als er die Strafraumbeherrschung vermissen ließ.

Interesse aus Brasilien – und von der Insel

Die Entwicklung des jungen Brasilianers bleibt auch international nicht unbemerkt. Aus dem Umfeld der brasilianischen Nationalmannschaft heißt es, Claudio Taffarel, einst Weltklasse-Keeper und heute Torwarttrainer der Seleção, habe bereits Kontakt zu Santos aufgenommen. Eine Berufung ist zwar noch nicht konkret, aber die Tür scheint offen.

Gleichzeitig gibt es laut Medienberichten Interesse vom FC Liverpool. Sollte sich Santos dauerhaft in der Bundesliga etablieren und keine Chance auf die Nummer 1 in Frankfurt sehen, könnte ein Wechsel Thema werden. Laut Informationen des Hessischen Rundfunks soll Sportvorstand Markus Krösche intern eine Ablösesumme von 60 Millionen Euro als Benchmark genannt haben.

Fazit: Trapp hat Geschichte geschrieben – Santos könnte Zukunft sein

Kevin Trapp steht für ein Kapitel Vereinsgeschichte. Doch Kaua Santos bringt vieles mit, um das nächste zu schreiben. Die Wachablösung ist nicht beschlossen – aber sie ist greifbar nah.


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