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Trägt Frederik Rönnow eine Mitschuld an der aktuellen Berliner Situation?

Union sitzt fest in der Krise, was kann Rönnow dafür?

Autor: T. Rübe - 31.10.2023

In den vergangenen Jahren kannte Union Berlin nur eine Richtung: nach oben. Seit dem Aufstieg in die erste Bundesliga erfolgte für die Köpenicker eine stetige Steigerung, der sie in dieser Saison bis in die Champions League führte. Kein anderer deutscher Klub hat in den letzten Jahren eine derart rasante Entwicklung genommen. Vor allem die letzte Saison war ein Husarenstück. Kaum jemand hatte ihnen tatsächlich das Erreichen der Champions League zugetraut, umso größer war dann die Überraschung als sich Union für den Tanz der ganz großen Tiere qualifizieren konnte.

Dementsprechend wurde auch zur neuen Saison in den Kader investiert und es kamen zum ersten Mal große Namen zu den Eisernen wie Gosens, Volland und zuvorderst natürlich Bonucci. Auf der Torhüterposition wurde lediglich der Posten der Nummer 2 neu vergeben. So ersetzte der von der Hertha kommende Alexander Schwolow Lennart Grill, der in die zweite Liga zum VfL Osnabrück wechselte. Eine neue Nummer 1 hingegen war gar nicht notwendig, zu gut performte Frederik Rönnow in der vergangenen Saison. Überhaupt war der inzwischen 31-jährige Däne zusammen mit der Unioner Defensive der Garant für den Höhenflug, während der Sturm durch Effizienz glänzte, selten aber durch eine Toreflut.

Rönnow war in der vergangenen Saison tatsächlich auch einer der stärksten Torhüter in der Bundesliga. Gleichsam stellte Union zusammen mit den Bayern die beste Abwehr der Liga. On 34 Partien kassierte man nur 38 Gegentore. Dies war das Ergebnis einer für den Gegner äußerst unangenehmen Spielweise und eines Torhüters, der im 1 gegen 1 und auf der Linie immer wieder zu überzeugen wusste. Spielerisch hingegen war es selten eine Darbietung zum Zunge schnalzen.

Rein Spielerisch zeigt sich Union in einem ähnlichen Spektrum wie in der letzten Spielzeit, doch sind die Ergebnisse andere. Nachdem man noch die ersten beiden Saisonspiele in der Bundesliga für sich entscheiden konnte, folgte eine beinahe beispiellose Negativserie mit insgesamt 10 Niederlagen in der Folge. Vor allem in der Bundesliga unterlagen die Eisernen dabei nicht nur Schwergewichten. Bei allem Respekt, aber Union hätte mit dem aktuellen Kader gegen Mannschaften wie Werder Bremen und dem 1. FC Heidenheim gewinnen müssen und auch gegen Teams wie Wolfsburg und Hoffenheim wären auch Punkteteilungen durchaus erwartbar gewesen, während in der Champions League die Chancen auf einen Sieg bisher gegen Braga noch am höchsten gewesen wäre.

Nach vorn spielt Union dabei auf einem ähnlichen Level wie in den vergangenen Jahren, wobei die Chance derzeit deutlich weniger konsequent genutzt werden konnten als in der Vergangenheit. Bedenklich ist hingegen die Entwicklung im Defensivverbund. Zu groß sind aktuell die Lücken, die Union dem Gegner immer wieder lässt und dafür auch häufig bestraft wurde. Nach 9 Spielen haben die Unioner bereits die Hälfte, der im letzten Saison Gegentreffer kassiert. Derzeit steht man daher mit 6 Punkten auf dem 15. Rang. Dies ist eine sehr bedenkliche Entwicklung und man kommt auch nicht umhin, diesbezüglich Frederik Rönnow zumindest ein Stück weit zu hinterfragen.

Vor allem in den Spielen gegen Wolfsburg, Heidenheim und zuletzt auch gegen Werder Bremen agierte Rönnow nicht wirklich glücklich und auch gegen den VfB Stuttgart gab es durch Situationen mit Verbesserungspotential für Frederik Rönnow, der sich derzeit von der Unsicherheit der Mannschaft anstecken lässt und vor allem bei der Entscheidungsfing im Bezug auf die Raumverteidigung nicht immer wirklich glücklich agierte. So positionierte sich Rönnow bei 0:3 gegen Stuttgarts Guirassy zu hoch und wollte dabei den Chipball auf den Goalgetter erst noch angreifen, blieb dann aber auf halber Strecke stehen und auch gegen Bremen nur agierte der Keeper beim 1:0 gegen Werder unglücklich, als er die Freistoßflanke von Duksch angreifen wollte, aber zu spät heraus kam und daher am Ball vorbeisprang. Beim zweiten Treffer von Duksch eilte der Keeper nach einem langen Pass auf Duksch aus seinem Kasten und musste anschließend den Lupfer hinnehmen, wenngleich der Treffer von Duksch wiederum auch stark war.

Beim Treffer der Wolfsburger zum 2:1 wiederum faustete Rönnow den Ball nach einem Eckball direkt vor die Füße von Maehle, der dann zum 2:1 Siegtreffer abschloss. Beim Heidenheimer Siegtreffer zum 1.0 kassierte Rönnow einen Freistoßtreffer. Zwar traf Beste den Ball beim Freistoß zweifellos stark und verwandelte mehr als sehenswert, doch schlug die Kugel im Torwarteck ein.

Damit bleibt festzuhalten, dass Rönnow in dieser Saison vor allem in der Bundesliga zu selten auf dem Niveau der vergangenen Saison agiert hat, was die klaren Torchancen anbelangt und auch seine Strafraumbeherrschung erfolgt derzeit nicht auf dem Level, auf welchen er sich in der letzten Saison präsentierte. Darüber war Rönnow gleichsam aber nie ein Torwart, der in der Bundesliga die allergrößte Präsenz ausstrahlte. So wirkt der 1,90 m große Torhüter mit einem Gewicht von 80 kg eher schmal und ist nicht unbedingt als aggressiver Torwart wie beispielsweise der Frankfurter Kevin Trapp bekannt. Dies war auch ein einer der Punkte, weswegen Rönnwo seinerzeit bei der Frankfurter Eintracht nicht an Trapp vorbei kam, während dieser wahrlich auf dem damaligen Niveau nicht gänzlich unantastbar war.

Auch auf Schalke konnte sich der dänische Nationaltorhüter nicht durchsetzen und brauchte auch bei Union knapp eineinhalb Jahre, bis er die Nummer 1 war, konnte sich aber erstmalig in Deutschland als Stammtorhüter auch über einem langen Zeitraum halten, was auch damit zu tun hatte, dass er nunmehr weniger verletzungsanfällig war. Aber die Stabilität strahlt er vor allem in der derzeitigen Situation nicht aus. Für seine Vorderleute wirkt er zu selten wie der Fels in der Brandung, zumindest in den entscheidenden Momenten. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Abwehrneuzugang Leonardo Bonucci qua seiner Persona und Vita ebenfalls diesen Posten als Innenverteidiger übernehmen könnte, wenn nicht gar müsste.

Die Misere der Unioner hat sicher viele Gründe und mindestens ebenso viele Gesichter. Frederik Rönnow als den Hauptschuldigen dabei herauszuziehen, wäre nicht nur unfair und zu kurz gedacht, sondern schlichtweg falsch. Gleichzeitig aber lässt sich nicht wegdiskutieren, dass er derzeit wie wohl die gesamte Mannschaft zu fehleranfällig agiert und seinem Level der letzten Saison hinterherläuft. Darüber hinaus ergibt sich zunehmen bei den Eisernen eine negative Dynamik, sodass Fehler zu Gegentoren führen und diese das ohnehin angeknackste Selbstvertrauen noch weiter beschädigen. Somit folgen weitere Gegentore.

Allerdings ist es derzeit kaum denkbar, dass ein Torwartwechsel hinzu Schwolow einen großen Impact auf das Mannschaftsgefüge hätte, denn Rönnow ist auf der Linie weiterhin der gute Rückhalt, doch kann er derzeit ebenso wenig einen positiven Impuls an die Mannschaft aussenden, wie es auch dem Cheftrainer Urs Fischer einfach nicht gelingt. Es liegt gewiss nicht am Torhüter und es ist auch nicht an ihm, diesen Strudel zu durchbrechen. Gleichsam reiht er sich derzeit aber in eine verunsicherte Mannschaft ein, die häufig mit sich selbst beschäftigt ist und den Weg heraus aus den negativen Erlebnissen nicht schafft. Für die Köpenicker indes ist ein Erfolgserlebnis essentiell um sich nicht tatsächlich dauerhaft im Abstiegskampf zu befinden.


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