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Inter Mailand: Die Auferstehung des Yann Sommer

Mit den Nerazzurri gewann der Schweizer den Scudetto

Autor: T. Rübe - 26.04.2024

Nicht nur in Deutschland ist die Meisterschaft entschieden. Auch Italien hat bereits seinen neuen Meister gefunden. 5 Spieltage vor dem Ende ist Inter mit 17 Punkten Vorsprung auf Stadtrivale AC Mailand uneinholbar vorn. Damit ist es der erste Titel der Nerazzurri seit der 2020/2021. Besonders beeindruckend lesen sich dabei die Statistiken- bisher lediglich eine Niederlage und 5 Unentschieden bei bisher 27 Siegen. Auch bezüglich der Tordifferenz ist es im Vergleich zu den übrigen Mannschaften bisweilen ein Klassenunterschied. Nicht nur sprechen79 erzielte Tore für sich, vor allem die Defensive mit gerade einmal 18 Gegentreffern ist eine ganz eigene Hausnummer - auch im historischen Kontext. Letztmalig blieb in der Serie ein Meister in der Saison 1993/1994 bei weniger als 20 Gegentoren in der gesamten Saison. Damals reichte dem AC Mila ein Torverhältnis von 36:15 zum Scudetto. 

Natürlich sind noch 5 Spiele zu spielen, sodass die Statistik sich noch verändern wird, doch spricht vieles dafür, dass nicht mehr allzu viele Gegentore für die Nerazzurri hinzukommen werden, sodass es in allen Belangen eine außergewöhnliche Saison ist. Einen elementaren Anteil daran hat ein Torhüter, der im vergangenen Sommer noch als gescheitert bei einem Top-Klub galt. Es war daher durchaus überraschend, dass ein bereits 34-jähriger Yann Sommer, der den Ansprüchen des FC Bayern bei einer halben Saison Vereinszugehörigkeit nicht genügt hatte, zum italienischen Tor-Klub als etatmäßige Nummer 1 wechselte. Damit trat der Schweizer Nationaltorhüter die Nachfolger André Onana an, der direkt zuvor für 50 Millionen Euro zu Manchester United wechselte. Der Kameruner Torhüter hatte sich in Italien den Ruf eines Weltklasse-Torhüters erworben, beziehungsweise seine Fähigkeiten allumfassend präsentieren können. Auch deswegen stand Inter Mailand im letzten Jahr im Finale der Champions League, verlor aber gegen Manchester City. Dennoch gab es wohl kaum jemanden, der es für möglich hielt, dass Yann Sommer den Transfer von Onana auch nur annähernd werde ersetzen können. 

An der Säbener Straße in München wurde über Yann Sommer meist nur im Zusammenhang mit seiner vermeintlichen fehlenden Größe oder die fehlende Ausstrahlung gesprochen. Auch etwaige Fehler wurde sofort möglichst allumfassend besprochen. In der Tat agierte Sommer nicht auf dem Niveau und vor allem nicht mit der Konstanz, mit der er jahrelang als Fixpunkt von Borussia Mönchengladbach und auch als einer der besten Torhüter der Bundesliga galt. Bei den Bayern verfügte er nicht über dieselbe Ausstrahlung wie noch bei den Fohlen, was aber auch daran lag, dass er seinen Spielstil für die Bayern versuchte umzustellen. Entscheidende Nuancen verschoben sich dadurch, sodass er nicht mehr in der Konstanz die Leistungen zu zeigen vermochte, die man sich erhoffte. 

Daraus ergab sich aber auch im Umfeld von Inter Mailand und in den italienischen Medien die Skepsis, ob Yann Sommer wirklich bei einem Top-Klub wird überzeugen können. Auch sein erster Auftritt als neuer Torhüter von Inter misslang völlig mit 2 Patzern und weiteren unglücklichen Aktionen. Ein knappes Jahr später aber ist die Skepsis gewichen. Im Rahmen des Gewinn des Scudettos lobten die großen italienischen Medien Torhüter bisweilen überschwänglich. Für „Sky Italia“ ist Sommer einer der „Hauptarchitekten des Erfolges“ und konkretisierte mit den Worten: „Der Schweizer Torhüter überzeugte schnell mit soliden Leistungen und großartigen Paraden.“ Die „Gazetto dello Sport“ attestierte dem Torhüter „eine außergewöhnliche Konstanz und eine hervorragende Präsenz mit den Füßen.“ Zwar habe er auch zwei Gegentore gegen Udinese und Sasssuolo verschuldet, erreichte aber mit einer Saisonnote 8 den sechstbesten Wert bei Inter. „Corriere dello Sport“ zeigte sich noch etwas weniger kritisch: „Einige befürchteten, dass der Abgang von Onana nur Nachteile bringen wird. Eine Fehlprognose: Der Schweizer im Meisterrennen. Weniger spektakulär als sein Vorgänger, aber dafür umso sicherer.“ Von diesem Blatt gab es für Yann Sommer die Note 9. Nach Trainer Inzaghi, Top-Stürmer Martinez und Mittelfeld-Regisseur Calhanoglu der viertbeste Wert seines Teams. 

„Tuttomercato“ lobte ergänzend: „Der Schweizer Torhüter gehört zu Recht zu den positivsten Aspekten der Saison der Nerazzurri. Der Ex-Bayern-Spieler vermittelte mit seinem Mix aus Zuverlässigkeit aus Zuverlässigkeit und Effizienz der Mannschaft fast ein konstantes Gefühl der Sicherheit.“ Allerdings wird gleichsam bezweifelt, dass der 35-Jährige noch den Rekord an Weißen Westen holen könnte, denn dafür dürfte er in den letzten 5 Spielen kein Gegentor mehr hinnehmen müssen. Die Tageszeitung „Il Foglio“ schlug noch einmal den Bogen zurück zum letzten Sommer, als der Torhüter in Mailand vorgestellt wurde: „259 Tage später ist das Misstrauen gegenüber Yann Sommer verschwunden. 259 Tage später ist Yann Sommer vielleicht nicht jemand, der das Herz erwärmt- aber Schweizer erwärmen in Mailand selten Herzen, es sei denn, sie spielen einen Ball mit einem Schläger(eine Anspielung auf Tennis-Star Roger Federer). Er war einer der Hauptprotagonisten des Meistertitels- und das nicht nur wegen seiner Paraden. Er schaffte es, was seinen Vorgängern unter Inzaghi nie gelang. Den Mitspielern Vertrauen und Ruhe geben.“ Zwar sei die designierte Nummer 1 der Nati bei der bevorstehenden Europameisterschaft, nicht der stärkste Torhüter, der je das Tor von Inter hütete, sei aber derjenige gewesen, der seinen Vorderleuten am meisten Ruhe und Stabilität verleihen konnte. Weiter schrieb „Il Foglio“: Und Vertrauen bedeutet, dass Yann Sommer nicht schreien, sich nicht aufregen und nicht in Mittelpunkt treten muss. Seine Führung der Verteidigung ist still und sanft, flüsternd- und doch unerbittlich. Präzise und subtil wie der Schnitt eines Skalpells auf der Haut.“ 

Für einen noch vor einem Jahr kaum gewollten Torwart ist dies eine rasante und bemerkenswerte Entwicklung, wobei der Routinier im Gegensatz zu seiner kurzen Zeit in München wieder so spielt bei Inter, wie man ihn noch aus Gladbacher Zeiten und aus der Nationalmannschaft kennt, wobei Inter in der Serie A auch als geschlossenes Team agierte- in der Defensive dirigiert und beruhigt von einem Keeper, der wohl die schwere Zeit in München beinahe brauchte, um wohl die stärkste Saison seiner Karriere zu zeigen und mit seinem Klub völlig verdient auch die italienische Meisterschaft gewonnen hat. Die große Kunst wird nun sein, in der kommenden Saison diese Leistung noch einmal zu bestätigen, was anhand der derzeitigen Verfassung als absolut machbar erscheint. Dennoch wird es ebenso schwer, mindestens 17 weiße Westen zu sammeln- dies ist die bisherige Anzahl an Spielen ohne Gegentor. Aber nach derzeitigem Stand hat der Torhüter auch noch mindestens zwei Jahre Zeit, denn sein aktuelles Arbeitspapier besitzt eine Gültigkeit bis 2026. Sollte Yann Sommer in einer ähnlichen Verfassung bleiben und er auch seine Karriere über 2026 hinaus fortsetzen wollen, wäre sicherlich auch eine Vertragsverlängerung denkbar. Mit routinierten Torhütern kennt man sich bei Inter Mailand indes aus. Die Inter- Ikone Samir Handanovic war mit 37 Jahren noch Stammtorhüter und Kapitän beim RC Internazionale und auch der legendäre Francesco Toldo spielte bis kurz vor seinem 39. Geburtstag in Mailand. Beide Torhüter beendeten jeweils bei Inter ihre Karriere. Es ist denkbar, dass auch Yann Sommer irgendwann seine nun noch größere Karriere beim FC Internazionale Mailand beeenden wird.


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