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Home > Magazin > torwart.de-HAUTNAH > Profis 2015/16 > Lautern: M. Müller

Marius Müller: "Ich habe dem Fußball alles untergeordnet"

von T. Schlitzke


M. Müller von Lautern (Foto: Firo)

Marius Müller ist die unumstrittene Nummer eins beim 1.FC Kaiserslautern. Er stammt direkt aus der legendären Torwartschule des Gerry Ehrmanns. Im Gespräch mit torwart.de erklärt er, wie wichtig Ehrmann für seine Entwicklung war und ist und er ihn am meisten geprägt hat.

torwart.de: Marius, wie zufrieden bist du mit der aktuellen Saison?

Marius Müller: Ich glaube, dass wir mit den letzten Spielen gegen Ende der Saison durchaus zufrieden sein können. In der Hin- und in der Rückrunde hatten wir jeweils einen Durchhänger, bei dem wir mehrere Spiele hintereinander verloren haben. Das war natürlich ärgerlich, weil wir die Saison sonst noch ein paar Plätze weiter oben beendet hätten. Trotzdem müssen wir jetzt versuchen, aus den letzten beiden Spielen noch das Maximale rauszuholen, denn dann steigt sicherlich auch die Vorfreude auf die nächste Saison nochmals ein wenig.

torwart.de: Bereits als 10-Jähriger bist du zum 1. FC Kaiserslautern gewechselt. Wie wichtig war für dich, seit deiner frühen Jugend beim FCK gewesen zu sein?

Müller: Ich bin relativ früh nach Kaiserslautern gekommen. Es gab damals auch schon das Nachwuchsleistungszentrum am Fröhnerhof, welches natürlich optimale Bedingungen für die Ausbildung bietet. Das hat mir vor allem in meiner Entwicklung in der Jugend weitergeholfen und hat mich dahin gebracht, wo ich heute stehe. Manchmal war es auch schwer in der Jugend, weil man viel zurückstecken musste. Ich bin immer sehr lange zum Training gefahren und für mich gab es immer nur Schule und Fußball. Freunde kamen erst an dritter Stelle. Aber es hat sich natürlich alles ausgezahlt, wenn ich jetzt darauf zurückblicke.

torwart.de: Welche Trainer haben dich in deiner Jugendzeit am meisten geprägt?

Müller: Am meisten hat mich Roland Heibel aus meinem Heimatverein geprägt. Als ich fünf Jahre alt war, hat immer gesagt, ich hab Talent und ich muss ins Tor. Roland habe ich sehr viel zu verdanken, sonst wäre ich heute kein Torwart.

torwart.de: Inwiefern war Gerry Ehrmann damals schon für euch zuständig?

Müller: Gerry hab ich bereit in der U17 das erste Mal kennengelernt. Wir haben immer einmal pro Woche Torwarttraining mit Gerry Ehrmann gemacht. Als ich in der U19 war durfte ich damals noch unter Marco Kurz einmal die Woche bei den Profis mittrainieren. Seit mehreren Jahren begleitet er mich nun auf meinem Lebensweg, ich habe ihn über acht Jahre an meiner Seite. Gerry ist natürlich unheimlich wichtig für mich.

torwart.de: Wie schwierig war für dich der Übergang von den Junioren zu den Profis?

Müller: In der Jugend geht alles noch etwas langsamer zu und nicht so robust wie im Profifußball. Es ist natürlich schon ein Unterschied, wenn du in deinem Leben immer nur gegen Jungs spielst in deinem Alter oder maximal ein Jahr älter und dann kommst du zu den Profis, die sind doppelt so alt und könnten teilweise dein Vater sein. Für mich war das natürlich am Anfang eine große Umstellung, aber auch das habe ich denke ich ganz gut hinbekommen.

torwart.de: Was zeichnet Gerry Ehrmann für dich genau aus? Wie wichtig ist seine Erfahrung und sein Training für dich?

Müller: Gerry zeichnet seinen unbedingten Willen und seine Einstellung zum Sport aus. Man könnte Gerry Ehrmann mit Oli Kahn, dem Torwarttitan, vergleichen, der vieles über den Willen und die Leidenschaft gemacht hat. Wir haben meist einmal die Woche ein richtig hartes Torwarttraining. Danach bist Du zwar erst mal am Ende, aber Du weißt auch, dass Du über Deine Grenzen hinausgehen kannst. Gerry ist ein Vorbild für mich und lebt uns auf und neben dem Platz vor, dass Du immer alles geben musst. Deshalb hat er auch schon so viele Torhüter heraus gebracht.

torwart.de: Du musstest dich anfangs als Nummer drei bzw. Nummer zwei nach vorne beißen. Wie hattest du die Geduld in dieser Phase?

Müller: Als ich noch Nummer drei bei den Profis war, habe ich 1,5 Jahre immer Spielpraxis in der U23 Mannschaft gesammelt. Kosta Runjaic hat sich damals dann für mich als zweiten Torhüter entschieden. Es war für mich anfangs eine tolle Erfahrung, ich konnte die Abläufe erstmal kennenlernen und erlebte auch mein erstes Auswärtsspiel als Profi. Aber natürlich juckt es einem auch in den Fingern, wenn man längere Zeit nicht spielen darf. Das ist nicht ganz einfach für mich gewesen, aber am Ende hat sich das Warten ja gelohnt.

torwart.de: Welche Deiner hervorragenden Eigenschaften als Torwart sind in der 2. Bundesliga besonders gefordert?

Müller: Über meine Fähigkeiten sollten lieber andere beurteilen. Allgemein betrachtet ist eine hohe Konzentration gefragt. Wir müssen immer fokussiert sein, in jedem Spiel, zu jeder Sekunde. Das Spiel ist vielleicht nicht ganz so schnell wie in der ersten Liga. aber gerade in dieser Saison hat man ja gesehen, dass jeder gegen jeden gewinnen kann.

torwart.de: Jetzt bist du die unumstrittene Nummer 1 bei den Roten Teufeln. Welche Bedeutung hat für dich die Erreichung dieses Meilensteins?

Müller: Nun ja, kein Torhüter ist unumstritten. Man muss natürlich immer seine Leistung bringen. Es macht mich einfach stolz in dieser Saison für den Verein gespielt zu haben. Das war auch schon immer mein Ziel. Man darf sich nur nie zu sicher sein, sobald man sich ausruht oder im Training nicht alles gibt, kann sich das ganz schnell wieder ändern.

torwart.de: In welchen Bereichen deines Torwartspiels willst Du dich noch weiter verbessern?

Müller: Ich glaube, das muss man Allgemein betrachten. Man kann in keinem Bereich gut genug sein. Es gibt immer was zu verbessern. Ich persönlich glaube, dass ich gute Reflexe habe. Aber zum Beispiel bei der Ballarbeit mit dem Fuß kann ein Torhüter nie gut genug sein. Mein Schwerpunkt liegt darauf so beidfüßig wie möglich zu werden und die Bälle so präzise wie möglich zu spielen.

torwart.de: Du konntest auch schon Internationale Luft mit Einsätzen bei der U20 schnuppern. Wie wichtig waren für dich die U20-Einsätze. Wie siehst du die Konkurrenz bei der U21?

Müller: Natürlich waren die U20-Einsätze besondere Erlebnisse für mich. Es war immer ein super Gefühl, wenn die Nationalhymne gespielt wurde. Es waren aber auch sehr lehrreiche Spiele, vor allem im Hinblick auf die Außendarstellung. Die Torhüterauswahl bei der U21 ist nicht ganz so schlecht. (Lacht) Mit Marc Andre ter Stegen und Bernd Leno, die jetzt aber leider nicht mehr spielberechtigt sind, hatte ich große Konkurrenz. Auch in meinem Jahrgang sind wir beispielsweise mit Loris Karius oder Timo Horn sehr gut aufgestellt.

torwart.de: Mit Uhlsport hast du einen sehr renommierten Torwarthandschuhausrüster. Was schätzt du an den Balingern und welche Eigenschaften haben Deine aktuellen Handschuhe?

Müller: Uhlsport trage ich schon seit der A-Jugend. Gerry Ehrmann hat mir damals die Uhlsport Handschuhe empfohlen. Ich habe auch einen speziellen Ansprechpartner bei Uhlsport, der sich um mich kümmert und meine Wünsche umsetzt. Ich bekomme meine Handschuhe so angefertigt, wie ich sie brauche und haben möchte. Auch in der Zeit als ich nur dritter Torwart war, hat Uhlsport mich unterstützt. Ich habe die Auswahl und schätze Uhlsport sehr. Viele Torhüter spielen mit Uhlsport-Handschuhen. Das zeigt, dass sie mit die besten Handschuhe auf dem Markt haben.

torwart.de: Kein Torhüter der Welt ist vor Fehlern gefeit. Beim Spiel in Freiburg beispielsweise hat es dich erwischt. Wie gehst du mit Torwartfehlern generell um? Wie schaffst du es, die Konzentration während des Spiels nach einem Fehler weiter aufrecht zu erhalten?

Müller: In Freiburg sah das natürlich sehr kurios aus. Ich war im Kopf schon einen Schritt weiter und habe schon geschaut, wohin ich den Ball werfen kann. Ich denke es ist normal, dass man auch mal einen Fehler macht. In der Bundesliga sind Manuel Neuer oder zuletzt Ralf Fährmann auch davon betroffen. Wir sind alle Menschen und Menschen machen natürlich auch mal Fehler. Es gilt natürlich die Fehler so gering, wie möglich zu halten. Wenn man einen Fehler gemacht hat, muss man nach vorne schauen und den Fehler ausblenden. Man muss einfach weiterspielen als ob nichts passiert wäre, sonst macht man vielleicht noch einen zweiten Fehler.

torwart.de: Das Torwartniveau ist in Deutschland sehr hoch. Kevin Trapp Karriere startete ebenfalls in Kaiserslautern und spielt heute in der Champions League. Inwieweit motiviert dich Kevin Trapp und welche Bedeutung hätte es für dich auch in der 1. Bundesliga einmal Stammtorwart zu werden?

Müller: Mit Kevin Trapp durfte ich ja damals noch zusammen trainieren. Er ist ein sehr guter und vor allem konstanter Torhüter, da schaut man sich das ein oder andere auch mal ab. Er hat bereits in der Bundesliga und der Champions League gespielt. Zuletzt ist er ja auch Meister geworden mit Paris. Davor kann man nur den Hut ziehen. Für den Sportler ist es natürlich immer ein Traum in der höchsten deutschen Spielklasse zu spielen. Deshalb ist die erste Fußballbundesliga auch langfristig ein Ziel von mir.

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